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Seyran Ateş

Eine mutige Frau kämpft für Frauenrechte und einen liberalen Islam

Am 16. Juni 2017 wurde von in Berlin-Moabit die Ibn Rushd-Goethe-Moschee eröffnet. Die liberale Moschee ist ein Ort für moderne, weltoffene Muslime, wo Religionsfreiheit, Gleichberechtigung und Diversität gelebt und gepredigt werden. Eine Imamin und ein Imam tragen gemeinsam das Freitagsgebet vor und Frauen und Männer beten gleichberechtigt in einem Raum. Seyran Ateş selbst ließ sich hierfür zur Imamin ausbilden.

Sie wird über ihre Idee, ihre Motivation und den Weg bis zur Eröffnung der Moschee sprechen: »Ich träume von einer Moschee, in der alle Menschen zusammenkommen, die sich für den Islam interessieren und/oder daran glauben. Eine Moschee, in der es keine Geschlechterapartheid gibt und daher Männer und Frauen im selben wunderschönen Raum beten können. Das ist räumlich machbar! Der Mensch muss es nur wollen, wie alles andere im Leben auch.«

Ateş‘ Weg ist das Plädoyer einer engagierten liberalen Muslimin, die ihren Glauben leben will und die für Demokratie, Freiheit und Geschlechtergerechtigkeit eintritt.

Seyran Ateş ist sowohl Rechtsanwältin für Familienrecht als auch Sachbuchautorin. Als Frauenrechtsaktivistin, Menschenrechtsaktivistin und muslimische Frau gehört sie unter anderem zu den bedeutendsten Stimmen im Kampf gegen religiöse und traditionsgebundene Gewalt. Als Anwältin hilft sie vor allem Frauen aus islamischen Ländern. Ihre Bücher stimulieren und inspirieren die Diskussion über Gleichstellung der Geschlechter, den Islam und die Integration. Ihr wurden zahlreiche Auszeichnungen verliehen, darunter das Bundesverdienstkreuz erster Klasse, das Bundesverdienstkreuz am Bande und der Verdienstorden der Stadt Berlin.

Foto: Dorothee Deiss